Ich geh nicht in die Tagesklinik 

Heute habe ich mich nach zwei Wochen Pause, wieder auf die Suche nach einem Therapeuten gemacht. Ein Therapeut hat kurzfristig Morgen Vormittag einen Termin frei.

Nach einigen niederschmetternden Absagen und Erstgesprächen mit unterschiedlichen Therapeuten/innen, habe ich nicht alzu große Erwartungen an das Erstgespräch Morgen Vormittag. Trotzdem gebe ich nicht auf.

Die Diagnosen der Therapeuten/innen, sind sehr unterschiedlich. Sie meinen, dass ich meine Zeit in einer Tagesklinik absitzen solle, da ich dort besser aufgehoben wäre.

Es ärgert mich, dass niemand mit mir arbeiten möchte und das meine Wünsche nicht ernst genommen werden. Ich wünsche mir eine Therapie,  in der ich nach wie vor, die Möglichkeit habe, zu arbeiten und selbstbestimmt zu leben.

Wenn mich alle Therapeuten/innen , ablehnen und nicht mit mir arbeiten wollen, bleibt mir nichts anderes übrig, als in die Tagesklinik zu gehen.

Ich möchte selbst entscheiden!

Ich vermute, dass ich die Tagesklinik ablehne, weil ich in einem totalitären Familiensystem aufgewachsen bin, ich erkenne zwischen meinem Elternhaus und der Tagesklinik viele Parallelen, die mir negativ auffallen. Es muss doch möglich sein, den Weg in eine Klinik zu vermeiden und trotzdem psychische Stabilität zu erlangen.

 Sobald ich in der Tagesklinik wäre, würde ich ab dem Zeitpunkt Verantwortung an andere abgeben, auch wenn ich mein Leben nicht immer so regeln kann, wie ich es gerne würde, ist eine Tagesklinik keine Option für mich.

Und was kommt nach dem Ziel?

Viele Jahre lang, habe ich für meine Ziele gearbeitet. Es war wirklich schwer, als junge Mutter, ohne Unterstützung der Familie meine Abschlüsse nachzuholen und zwei Ausbildungen abzuschließen. 

Vor 6 Jahren habe ich begonnen meinen Realschulabschluss extern nachzuholen.Es war furchtbar, die Maßnahme lief übers Arbeitsamt und die meisten meiner Klassenkameraden haben mich mehr angestrengt, als der eigentliche Lernstoff.

Ich habe immer wieder durchgehalten, trotz psychischer Krisen, nervigen Klassenkameraden und einem schlechten Gewissen meinem Sohn gegenüber.Als ich endlich mein Fachabi und meine Ausbildungen in der Tasche hatte, hat es sich nicht so angefühlt, wie ich es erwartet habe.

Ich dachte immer, die Perpektivlosigkeit und mein schlechter Selbstwert, liegen an der Ursache, dass ich nur einen Hauptschulabschluss hatte, doch jetzt sechs Jahre später fange ich an zu begreifen, dass der Weg mehr Freude bereitete als am Ziel zu sein und in meinem Traumberuf zu arbeiten .

Nachdem ich 1,5 Jahre in meinem  Traumberuf als Erzieherin arbeitete, war ich völlig desillusioniert, die Kollegen/innen waren ausgebrannt und unzufrieden, niemand hatte wirklich Interesse pädagogisch zu arbeiten. Ich wusste nicht, dass die Arbeitswelt so grausam ist.

Seit kurzem mache ich eine Auszeit und mir wird immer klarer,dass ich nicht weiter im Kindergarten arbeiten möchte, wenn ich nur an einer Einrichtung vorbeilaufe, kann ich mir nicht mehr vorstellen, in diesem Arbeitsfeld meine Erfüllung zu finden.

Zwei Welten


Schon als kleines Mädchen, fürchtete ich nichts mehr als die Hölle, das Ziel war niemals an diesen schrecklichen Ort zu kommen. Die Hölle ist ein Ort, wo es nur Leid und Schmerz gibt, da waren sich meine Eltern sicher. Das wichtigste im Leben, war nicht das Leben selbst, sondern das was auf den Tod folgt. Meine Eltern waren besessen von dem Gedanken ,  dass alle ihre Kinder einen Weg mit Gott einschlagen, dies löste in mir starke Versagensängste aus. Ich tat alles, um meinen Eltern zu gefallen, aber ich war nie gut genug.

Viel schlimmer aber waren die Dämonen, die sich nachts in mein Zimmer schlichen und mich wach hielten. Sie zischten, flüsterten und sahen furchteregend aus. 

Ich habe immer wieder Teufelsaustreibungen beobachtet und an ihnen teilgenommen, es lief mir jedes mal ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich die Fratze des bösen erblickte.

Heute habe ich große Probleme, das gesehene einzuordnen. Ich bin immer noch unsicher, ob es diese Wesen gibt, die mich in meiner Kindheit nicht schlafen ließen. 

In der Welt aus der ich komme, glaubt der Mensch an Hexen, Zauberer und Dämonen, er glaubt daran, dass der Teufel einen auf die dunkle Seite ziehen möchte, damit man ewig in der Verdammnis leidet. Er glaubt daran, dass tanzen, trinken und Lügen egal welcher Art Sünde ist und mit dem Höllenfeuer bestraft wird. In der Welt glaubt man, dass Dämonen in die Körper der ungläubigen fahren und diese Dämonen, den Menschen steuern. In dieser Welt denkt jeder, dass die Menschen aus der anderen Welt für immer verloren sind.

In der Welt in der ich jetzt lebe, glauben meistens nur die Kinder an Monster und Geister, die Eltern können beruhigen,  denn in dieser Welt gibt es sowas nicht, bloß in Filmen. Die Menschen in dieser Welt, glauben an weiße Lügen, sie glauben, dass vieleicht Nichts kommt nach dem Tod, oder jeder kommt in den Himmel, in dieser Welt gibt es kein festes Regelwerk, an das ich mich klammern kann, ich darf mir aussuchen, was ich glauben möchte.

Ich denke ich werde immer in diesen beiden Welten zu Hause sein, auch wenn ich mir wünsche, dass ich die erste Welt nie betreten hätte.

Über die Idee schwarzundbunt 

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Ich habe einen Traum, irgendwann möchte ich die Vergangenheit hinter mir lassen und nur noch in die Zukunft blicken. Zu schreiben gibt mir die Möglichkeit Dinge auszuschreiben, die mir unmöglich sind auszusprechen. 

Ich komme aus einem totalitären Elternhaus, mein Vater war Pastor einer Pfingstgemeinde, ich wurde einer Gehirnwäsche unterzogen. Ich musste mich befreien, hinein in eine besserer Welt.

Ich habe viele Geschwister, die meisten gehen mit Gott, ich musste mit allem brechen, um mich befreien zu können. Noch heute habe ich Schwierigkeiten die Welt zu verstehen, denn die Erkenntnisse meiner Eltern haben sich fest in mein Denkmuster verankert.

Ich bin auf der Suche nach Stabilität und Sinn, ich bin auf der Suche nach dem Guten im Menschen. Ich bin mit Dämonen aufgewachsen, sie waren immer um mich herum, sie quälten mich.

Ich wünsche mir Frieden und selbstbestimmtes Leben und ich wünsche mir, dass ich irgendwann ohne Angst vor der Hölle und der Strafe Gottes aus diesem Leben gehen kann, wenn die Zeit reif ist.