Eine Mutter die nicht liebt

Meine Mutter konnte mir nicht oft genug sagen, dass ich falsch war. Meine ganze Kindheit glaubte ich ihr, ich bin dumm und nichts wert. Ich bin zu dick und kann nichts. Wie sich das auf mich ausgewirkt hat, ist klar. Es musste alles stimmen, schließlich ist sie meine Mutter.

Meine Geschwister bekamen alles von ihr, ich bekam nichts. Meine Mutter zeigte mit täglich, dass ich für sie keinen Wert habe. Es gab für mich keinen Schutzraum, man durfte gemein zu mir sein. Ich fühlte mich so allein, nur wenn mein Vater zu Hause war hatte ich Schutz. 

Ich beobachtete häufig andere Mütter, hätte ich wählen können, ich hätte meine  Mutter getauscht. Ich wollte nur anerkannt werden. 

Wenn meine Geschwister ärger machten, war ich die erste die Schläge bekam. Auch wenn ich nichts getan habe, bekam ich alle Wut und Aggression meiner Mutter zu spüren. Meine Mutter hat mir häufig die Finger gebrochen und mich schwef verletzt, aber kein Arzt kam jemals auf die Idee, dass meine Mutter mir die Verletzungen zugefügt wurden.

Meine Mutter war der Meinung ich sei böse und von Dämonen besessen . Sie wollte die Dämonen rausprügeln. Häufig musste ich mich komplett nackt ausziehen und ich bekam den Kochlöffel auf dem ganzen Körper zu spüren.

Bis heute weiß ich nicht, warum sie mich ablehnte, ich bemühte mich, alles richtig zu machen, trotzdem war alles falsch. Gott hat die Erlaubnis gegeben, seine Kinder zu züchtigen, diese Erklärung musste ausreichen. 

Heute weiß ich,  dass ich das perfekte Opfer für sie war und trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen,  den Kontakt so klein wie möglich zu halten.  Komisch,  dass meine Mutter immer noch Gewalt über mich hat.

Ich bin selber Mama eines Sohnes, ich würde ihm nie Gewalt antun, nie niedermachen, oder ihm schaden. Wie kann eine Mutter so gemein sein? Das ist doch keine Liebe!

Autor: schwarzundbunt

Da wo ich herkomme, gibt es eine Welt, die unglaublich und verrückt ist, sodass niemand, der jemals selbst in Ihr war, Sie wirklich verstehen kann

17 Kommentare zu „Eine Mutter die nicht liebt“

  1. Deine Mutter scheint sehr sehr krank zu sein, viel kränker als du selbst, die du – gottseidank und auch deiner eigenen inneren Stärke sei dank – deinen eigenen Sohn nicht mißhandelst.
    Vielleicht hat deine Mutter eine Borderline-Störung. Das scheint mir zumindest sehr wahrscheinlich zu sein.
    Borderline-Mütter suchen oft eines ihrer Kinder aus und machen es zum Opfer, während die anderen Kinder unbehelligt davon kommen oder sogar idealisiert werden. Das ist eine ganz schreckliche Dynamik, das ist entsetzlich für das zum Opfer gemachte, ständig verletzte und gedemütigte Kind. Du weißt wovon ich spreche, und glaube mir,
    ich selbst weiß auch, wovon ich spreche.
    Wenn du es schaffst – und ich weiß, es ist nicht einfach – dann halte dich weitestgehend von deiner Mutter fern.
    Lasse dich nicht mehr länger zum Opfer machen.
    Falls du sie triffst, dann treffe sie nur an einem öffentlichen Ort und nur an einem Ort, den du selbst jederzeit sofort verlassen kannst. Natürlich wird sie nun, da du erwachsen bist, nicht mehr versuchen, dich körperlich zu mißhandeln, aber sie wird dich vermutlich weiterhin verletzen – verbal oder wie auch immer.
    Halte dich von ihr fern, so gut es geht, denn hier geht es einfach um Selbstschutz.
    Es gibt Bücher für die Angehörigen von Borderlinern und speziell für die Kinder von Borderline-Müttern.
    Es gibt auch einen Blog zu diesem Thema.
    Es gibt außerdem Traumatherapeuten / Innen, die sich mit dieser Thematik auskennen und die dir helfen können.
    Man braucht sehr viel Hilfe und Unterstützung, wenn man so eine Kindheit hatte, wie du sie hattest.
    Laß dir ruhig helfen, wann immer du Hilfe brauchst. Deine Mutter hätte auch Hilfe gebraucht. Schlimm, daß sie keine Hilfe in Anspruch genommen hat. Das ist sehr tragisch. Für sie selbst und für dich, die du unter ihr zu leiden hattest.
    Aber du scheinst sehr sehr viel stärker zu sein als sie
    – und dennoch – du bist ihre Tochter, und sie könnte dir weiterhin schaden. Also reduziere den Kontakt ruhig auf ein Minimum, dir selbst und deiner Tochter zuliebe. Du bist dieser Mutter, die sich dir gegenüber nicht wie eine Mutter verhalten hat, nichts, aber auch gar nichts schuldig…! Du schuldest ihr nichts.
    Du kannst und darfst und mußt dich Schritt für Schritt von ihr befreien.

    Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Stärke!

    Liebe Grüße,
    Hannah

    Gefällt 4 Personen

    1. Liebe Hannah, erstmal danke fürs Lesen. Es fällt mir sehr schwer mit meiner Mutter Kontakt zu halten, nach Treffen fühle ich mich meistens so schlecht, dass ich mehrere Tage nicht das Haus verlassen kann und trotzdem ist da das schlechte Gewissen ihr gegenüber, danke für deine Worte, ich werde so gut es geht Kontakte vermeiden. Welche Störung sie genau hat weiß ich nicht, aber was du zum Borderliner schreibst würde gut passen! Ich werde die nächsten Tage mal ein ein wenig recherchieren.

      Gefällt 3 Personen

  2. Wie gut ich das kenne…! Man weiß, es wird einem nicht gut tun, man hat Angst vor diesen Treffen – aber man denkt, man müsste dort hin gehen… und dann tut man es, man geht hin. Und dann ist man hinterher tagelang vollkommen fertig, kraftlos, niedergeschlagen…
    Alte Wunden sind wieder aufgerissen, neue hinzugekommen…!
    Und dann denkt man sich, es reicht…! Und dann irgendwann kommt wieder das schlechte Gewissen.
    Und weißt du, wieso? Weil sie es uns eingeimpft haben, von klein auf.

    Und es braucht viel viel innere Arbeit, um sich davon zu befreien – von diesem ewigen schlechten Gewissen und von dieser Person, die uns schlecht behandelt hat und immer noch schlecht behandelt.
    Von ihren Demütigungen, von ihren Schlägen und verbalen (Tief)Schlägen.
    Man kann es aber schaffen, sich zu befreien…! Ja, recherchiere mal… Und wenn ich eines der Bücher zu diesem Thema finde oder einen link zu einem Blog, dann weise ich dich gerne darauf hin.
    Aber momentan muß ich ein bisschen auf mich aufpassen, ich will selbst nicht (mehr) zu tief in diese Materie eintauchen, denn du weißt schon…. die alten Wunden… !

    Alles Liebe Dir,
    Hannah

    Gefällt 3 Personen

  3. Hallo du Liebe,
    es ist sehr traurig was dir geschehen ist.
    Es ist niemals mehr gut zu machen und glaube mir,
    vieles was du erlebt hast, habe auch ich erlebt.
    ich weiß das hilft dir auch nicht weiter und macht nichts ungeschehen.
    ich schreibe das nur deswegen, damit du verstehst,
    dass ich zutiefst mit dir mitempfinde.
    Was Hannah geschrieben hat stimmt – deine Mutter ist sehr krank.
    Diese Tatsache entschuldigt keineswegs ihr Verhalten.
    Sie war, nehme ich an, niemals bereit sich in eine Behandlung oder Psychotherapie zu begeben.
    Sie ist ein bedauernswerter Mensch!!!
    Dennoch eines will ich dir ganz dringend raten, auch wenn du so wenig Kontakt mit deiner Mutter hast.
    Du solltest mit ihr über das Geschehene reden. Für dich ist das wichtig.
    oder wenn du noch nicht reden kannst – schreib ihr einen Brief.
    Das ist für dich sehr notwendig – ausgesprochen zu haben, welche Verbrechen an deinem Koerper, deiner Seele begangen worden sind. Es würde deinem Heilwerdungsprozess dienlich sein.
    Überlege es dir wirklich – denn – eines Tages koennte es zu spät sein …
    So wie bei deinem Vater.
    Segen sei mit dir!
    Herzlichst
    M.M.

    Gefällt 3 Personen

  4. … ja, da können und müssen aber Umständen noch einige Jahre ins Land gehen. Und: es kann möglicherweise gut sein, solch einen Brief zu schreiben, aber man muß es nicht tun. Ich denke, das Wichtigste könnte zunächst einmal sein, einen möglichst großen Abstand zwischen sich und diese Person, die sich da Mutter nennt, zu bringen.

    Schreibt man einen Brief, dann wartet man auf die Antwort, die einen unter Umständen, ja, höchstwahrscheinlich nur wieder erneut verletzen wird. So bleibt man ständig (zumindest mental) in Kontakt. Vielleicht tut eben dieser Kontakt aber jetzt gerade ganz und gar nicht gut sondern ist sogar schädlich? Es hört sich so an, als wäre er das.

    Versöhnen und vielleicht sogar ein Stück weit verzeihen – das kann unter Umständen möglich sein, aber meiner Erfahrung nach erst, wenn man ganz viel Abstand gewonnen hat – sowohl zeitlichen als auch emotionalen Abstand.
    Und manchmal ist es auch überhaupt nicht möglich. Man muß auch nichts mitteilen oder verzeihen.

    Man muß, meine ich, zunächst einmal sich selbst in Sicherheit bringen. Zur Ruhe kommen. Durchatmen.
    Sich auf sein eigenes Kind, auf die eigene Tochter konzentrieren. Land gewinnen. Stabilität gewinnen.
    Und dann – vielleicht, eventuell – mal einen Brief schreiben…

    Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

  5. … Übrigens wäre es meines Erachtens auch nicht gut, solch einen Brief ohne therapeutische Unterstützung zu schreiben. Das Warten auf die Antwort kann unter Umständen sehr quälend sein. Die Antwort selbst kann enttäuschend und quälend sein. Sie kann sogar niederschmettend ausfallen.

    Der Mutter wird es ja aufgrund ihrer Störung kaum möglich sein, den Brief positiv aufzunehmen.
    Vielleicht hat sie sogar eine sadistische Ader. Dann könnte es ihr unter Umständen Freude bereiten, einen möglichst gemeinen Brief zurückzuschreiben.

    Auf jeden Fall muß man schon sehr stabil sein, um sich auf solch eine Auseinandersetzung einzulassen.
    Ich würde erst einmal versuchen, Land zu gewinnen, und zwar mit Hilfe einer Therapeutin.
    Die eigenen Wunden ein bisschen heilen zu lassen und zur Ruhe zu kommen – weit weg von dieser kranken Mutter.

    Viele liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

  6. Noch ein kleiner Nachtrag: Ich wollte hier nichts Entmutigendes schreiben.
    Es war mir nur wichtig, anzumerken, daß die Angst vor dieser Mutter und ihren Reaktionen natürlich berechtigt ist.
    Du weißt, wozu sie fähig ist. Sie ist zu einer ganz ungeheuren Brutalität ihrer eigenen Tochter gegenüber fähig.
    Sie hat ihre Muttergefühle wohl – zumindest zeitweise – weit von sich selbst abgespalten.
    Wenn sie also zu solch einer Spaltung und zu so viel Verdrängung fähig ist – und das ist sie ja offensichtlich – dann muß man ihr wirklich mit allergrößter Vorsicht begegnen – oder ihr aus dem Weg gehen!
    Vielleicht wäre sogar ein klärendes Gespräch möglich, indem sie mit ihren verheerenden Taten und deren Auswirklungen konfrontiert wird – allerdings in einem geschützten, therapeutischen Rahmen –
    also in Anwesenheit einer dir vertrauten, für dich hilfreichen und dich unterstützenden Therapeutin.

    So viel Text… ich hoffe, Du kannst etwas damit anfangen.
    Liebe Grüße, Hannah

    Gefällt 2 Personen

  7. Ich finde es richtig stark von dir, dass du die Erinnerungen und Gefühle hochkommen lässt. Das erfordert viel Mut!

    Was auch immer das in dir auslöst… Bitte denke daran: Es ist nicht deine Schuld!!!
    Das zu verstehen, hat mich lange Jahre gekostet. 😉

    Gefällt 4 Personen

  8. Ja, meine vorherschreibenen Kommentarinnen finden das sehr traurig und ich auch. Auch mir wurde ein ähnliches Schicksal in die Wiege gelegt. Ich war auch der Südenbock und der Dämon und man versuchte mir den Teufel aus dem Leib zu prügeln täglich. Ein Unterschied ist da aber – ich weiß inzwischen warum mich meine Mutter so gehasst hat, es hat lange gedauert bis ich es verstand. Ich habe die Kindheit und das Leben meiner Mutter und ihrer Familie durchleuchtet und habe schließlich verstanden, wie sie so geworden ist und warum sie mich so behandelte. Es stimmt wahrscheinlich, dass Deine Mutter eine Borderline oder sehr geschädigte Frau war – nur eine solche ist zu solchen Taten fähig. Es hat schließlich zu mehr Frieden in mir geführt, als ich meine Mutter verstanden habe, auch sie war Sündenbock und hat es weitergegeben. Es hatte nichts mit Dir zu tun!!! Was Dich von Deiner Mutter enorm unterscheidet ist, dass Du stärker und bewußter bist als sie, in Dir das Wissen eingegraben ist, dass es nicht gut ist dasselbe zu machen und so hast und hattest Du eine Wahl und kannst daran arbeiten nicht zu wiederholen. Und Du hast eine Chance den Schmerz zu verarbeiten – Stück für Stück.

    Gefällt 2 Personen

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