Bemerkenswert

Über die Idee schwarzundbunt 

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Ich habe einen Traum, irgendwann möchte ich die Vergangenheit hinter mir lassen und nur noch in die Zukunft blicken. Zu schreiben gibt mir die Möglichkeit Dinge auszuschreiben, die mir unmöglich sind auszusprechen. 

Ich komme aus einem totalitären Elternhaus, mein Vater war Pastor einer Pfingstgemeinde, ich wurde einer Gehirnwäsche unterzogen. Ich musste mich befreien, hinein in eine besserer Welt.

Ich habe viele Geschwister, die meisten gehen mit Gott, ich musste mit allem brechen, um mich befreien zu können. Noch heute habe ich Schwierigkeiten die Welt zu verstehen, denn die Erkenntnisse meiner Eltern haben sich fest in mein Denkmuster verankert.

Ich bin auf der Suche nach Stabilität und Sinn, ich bin auf der Suche nach dem Guten im Menschen. Ich bin mit Dämonen aufgewachsen, sie waren immer um mich herum, sie quälten mich.

Ich wünsche mir Frieden und selbstbestimmtes Leben und ich wünsche mir, dass ich irgendwann ohne Angst vor der Hölle und der Strafe Gottes aus diesem Leben gehen kann, wenn die Zeit reif ist.

Der Psychater meines Sohnes

Ich schicke meinen Sohn zur Therapie, dies mache ich aus unterschiedlichen Gründen. Es fiel mir anfangs sehr schwer, mir einzugestehen,  als Mutter, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es war trotzdem die beste Entscheidung.

Wer sich etwas mit der Therapje und Psychologie von Kindern auskennt, weiß dass meistens die Eltern in die Therapie eingebunden werden,  viel mehr sogar noch, dass die Eltern therapiert und beraten werden, um besser auf die Bedürfnisse der Kinder eigehen zu können.

Alle 5 Wochen habe ich eine stündliche Sitzung mit dem Psychater meines Sohnes. Ich erzählte ihm von allem Möglichen, ich erzähle von unserem Tagesablauf, dem Verhalten meines Sohnes, Konflikten in Altagssituationen, vom bloggen, von den Kommentaren und das ich momentan nicht schreibe,  er ermutigte mich weiterzuschreiben, er ermutigt mich in so vielen und das ist für mich wirklich wichtig, schließlich sind Eltern auch lernende. 

Mein Sohn ist Asperger Autist und braucht viel Unterstützung und Sicherheit von mir, er ist sehr begabt, aber wir beide haben Schwierigkeiten unsere Gefühle zu benennen und auszudrücken, so lernte ich, dass Wut ein schwieriges Gefühl ist, aber trotzdem seine Berechtigung hat, wie die leichten Gefühle, wie Freude,  oder Genuss.

Ich denke, dass es vielen Erwachsenen Menschen schwer fällt, ihre Gefühle einzuordnen und zu akzeptieren.

schlaflose Tage

Ich habe länger nichts geschrieben, obwohl ich mir sicher war, wenn ich pausiere,  bevor ich überhaupt angefangen habe mit den bloggen, werde ich niemals erfolgreich sein, aber wisst ihr was, das ist mir egal und überhaupt, wie definiere ich eigenen Erfolg?

Ich bin momentan in einer manischen Phase,ich denke, wenn ihr meine voherigen Artikel gelesen habt, merkt das ein geschultes Auge.

Am Mittwoch habe ich beschlossen mir ein Tattoo stechen zu lassen, ich muss dazu sagen, es ist nicht mein Erstes. Donnerstag habe ich einen kurzfristigen Termin  bei einem anerkannten Tatowierer bekommen und habe mich fünf Stunden quälen lassen.

Während ich also auf der Liege lag, begriff ich, dass ich grade in einer manischen Phase war, denn jedes meiner Tattoos steht für eine manische Phase. Diese Einsicht, macht glücklich und verzweifelt zugleich, ich weiß die nächsten Monate werden großartig und entzückend. Der Sex mit meinem Mann war fantastisch und alles fällt mir leicht, ich bin WACH, das Leben beflügelt. Endlich ist mein Leben bunt! Ich weiß am besten, das es da ein ABER gibt. Nach diesem beglückenden Hoch, kommt die tiefe, erschütternde Dunkelheit voller Seelenqual,  aber jetzt konzentriere ich mich auf mein Glück.

Trost

Ich bin wirklich dankbar, die Kommentare zu meinen Artikeln haben mich tief berührt, ich habe in euren Worten Trost empfunden, jemanden meine Gescichte zu erzählen, fühlt sich heilend an. Ich konnte auf manche Kommentare nicht sofort antworten und habe mich manchmal auch, erschlagen von so viel Input gefühlt. Danke, dass ihr mir helft, mich zu öffnen und mich nicht verurteilt. Ich habe immer gedacht, dass im Internet, durch die anonymisierte Umgebung, ein schwieriger Umgang herscht. Ihr zeigt mir, dass die Welt viel schöner und bunter ist, als gedacht!

schlaflose Nacht

Eigentlich ging es mir ganz gut, aber sobald ich mich ins Bett legte, fingen die Gedanken an. Dieser Blog besteht nun seit einigen Tagen, ich dachte nicht, dass das Schreiben mich so aufwühlen würde. 

Ich war so unruhig, 1000. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Die Kommentare von euch berührten mich sehr, so viele Menschen,  die sich Gedanken über mich und meine Situation machten. Alle meinen es gut und geben hilfreiche Tipps. Ich bin berührt!

Seit gestern weiß ich, dass meine Gefühle meiner Mutter gegenüber gerechtfertigt sind, dass ich kein schlechtes Gewissen haben brauche. Ich weiß nun, dass meine Mutter krank war und mich psychisch misshandelt hat.

Immer mehr Erinnerungen schießen hoch. Sie schmerzen und sind schwer auszuhalten. Ich bin stolz auf mich. Ich habe es überstanden,  es ist vorbei. Ich bin meiner Mutter nichts schuldig.

Ich begreife die Zusammenhänge langsam, mein Herz pocht, ich bin aufgeregt. Ich weiß mein Leben muss und darf sich ändern. Letzte Nacht konnte ich es annehmen, ich bin eine Kämpferin.

Danke an alle, für die lieben, verständnisvollen und aufbauenden Worte, heute fühle ich mich stark

Zwiegespalten in der Trauer um meinen Vater

Einen Elternteil zu verlieren ist schlimm, egal wie schwierig die Beziehung war, der Verlust hinterlässt einen Schatten. Schon vor dem Tod meines Vaters hatte ich zwiegespaltende  Gefühle meinem Vater gegenüber, einerseits eine von Gewalt und autorität geprägte Erziehung, andererseits die Sicht auf die schwierige Vergangenheit meines Vaters und seiner Lebensgeschichte. 

Meine Mutter war für mich die Initiatorin,  aber mein Vater war kein Opfer, sondern stiller Beobachter. Die Verantwortung für sein Nichthandeln liegt bei ihm. 

Ich vermisse ihn, denn in Zeiten, wo ich nicht mehr weiterkonnte, hat er mich immer wieder aus dem Dreck gezogen.

Die Träume verfolgen mich, mein Vater steht vor mir und weint, er entschuldigt sich, aber ich kann nicht vergeben. Zu groß war das Leid,  dass er hätte verhindern können. Ich bin so wütend, wütend, dass wir nichts mehr klären können.

Es gilt zu akzeptieren, zu trauern und auch die negativen Gefühle sind legitim. 

In jedem Menschen steckt ein Künstler 

Schon in der Grundschule war Kunst mein absolutes Hassfach. Sobald ein Lehrer nur in die Nähe meines Kunstwerks kam, versuchte ich dieses schnell unter den Tisch zu schieben, damit ich nicht wieder die Häme meines Lehrers zu spüren bekam. Meine Bilder sahen aus, wie Kleinkindkritzeleien. Das sah ich auch ein. 

In meiner Ausbildung begegnete ich einer Kunsttherapeutin, sie war die erste, die mich ermutigte weiterzumalen. Ich fing an meine Werke zu schätzen, auch wenn sie nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprachen. 

Heute weiß ich, dass die Lehrkörper in meiner Schulzeit unrecht hatten, denn ein Kunstwerk, kann nicht benotet werden, es lebt von dem Gefühl des Künstlers und ist somit immer Ausdruck der Lebenswelt des Künstlers. Menschen und vor allen Kinder zu entmutigen und zu entwerten, kann nicht richtig sein.

Ich bemerkte, dass  durch das Malen, meine tiefsten Ängste zum Vorschein kamen, die Dinge, die ich fühlte und nicht aussprechen konnte, lagen vor mir auf dem Papier, das gab mir ein komisches Gefühl, denn von den Werken fühlte ich mich verstanden. Jetzt verstand ich, warum Menschen malten, es ging nie darum, was andere über meine Kritzeleien dachten, sondern darum, was ich in meinen Werken sehe und fühle. 

Eine Mutter die nicht liebt

Meine Mutter konnte mir nicht oft genug sagen, dass ich falsch war. Meine ganze Kindheit glaubte ich ihr, ich bin dumm und nichts wert. Ich bin zu dick und kann nichts. Wie sich das auf mich ausgewirkt hat, ist klar. Es musste alles stimmen, schließlich ist sie meine Mutter.

Meine Geschwister bekamen alles von ihr, ich bekam nichts. Meine Mutter zeigte mit täglich, dass ich für sie keinen Wert habe. Es gab für mich keinen Schutzraum, man durfte gemein zu mir sein. Ich fühlte mich so allein, nur wenn mein Vater zu Hause war hatte ich Schutz. 

Ich beobachtete häufig andere Mütter, hätte ich wählen können, ich hätte meine  Mutter getauscht. Ich wollte nur anerkannt werden. 

Wenn meine Geschwister ärger machten, war ich die erste die Schläge bekam. Auch wenn ich nichts getan habe, bekam ich alle Wut und Aggression meiner Mutter zu spüren. Meine Mutter hat mir häufig die Finger gebrochen und mich schwef verletzt, aber kein Arzt kam jemals auf die Idee, dass meine Mutter mir die Verletzungen zugefügt wurden.

Meine Mutter war der Meinung ich sei böse und von Dämonen besessen . Sie wollte die Dämonen rausprügeln. Häufig musste ich mich komplett nackt ausziehen und ich bekam den Kochlöffel auf dem ganzen Körper zu spüren.

Bis heute weiß ich nicht, warum sie mich ablehnte, ich bemühte mich, alles richtig zu machen, trotzdem war alles falsch. Gott hat die Erlaubnis gegeben, seine Kinder zu züchtigen, diese Erklärung musste ausreichen. 

Heute weiß ich,  dass ich das perfekte Opfer für sie war und trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen,  den Kontakt so klein wie möglich zu halten.  Komisch,  dass meine Mutter immer noch Gewalt über mich hat.

Ich bin selber Mama eines Sohnes, ich würde ihm nie Gewalt antun, nie niedermachen, oder ihm schaden. Wie kann eine Mutter so gemein sein? Das ist doch keine Liebe!