Bemerkenswert

schwarzundbunt 

Dort wo ich herkomme, existiert eine Welt, die so unglaublich verrückt ist,dass niemand, der jemals selbst in Ihr war, Sie wirklich verstehen kann.

Ich bin ein Sektenkind,  das Schreiben hilft mir, mich selbst zu finden, Frieden zu finden, meine Gedanken zu ordnen und alles auszuschreiben,  was ich nicht aussprechen kann.

Ich möchte meine neue Welt kennenlernen und seine Spielregeln.

Ich möchte ohne Angst um meine Existenz leben, ohne nur zu überleben.

Ich habe Angst vor Veränderungen,  Angst vor der Einsamkeit,  Angst vor dem Bösen in mir und in euch.

Auf der Suche nach Freiheit

Meine Eltern waren immer überzeugt, ich bin vom Teufel besessen. Mein Körper und mein Geist sind geleitet von dämonischen Mächten.

Ich habe es ihnen geglaubt, ich bin von Grund auf schlecht, ich habe unheilige Gedanken und der Teufel treibt mich von einer Schandtat zur nächsten. Ich werde in der Hölle schmoren,  bis in alle Ewigkeit.

Ich habe immer versucht ein guter Mensch zu sein und ehrlich gesagt, wünsche ich mir auch, ohne Gras existieren zu können. Irgendwann möchte ich von ganzen Herzen glücklich sein.

Ich wollte immer frei sein, frei von den Vorstellungen meiner Eltern, frei von religiösen Fanatismus, frei von Gewalt, frei und unabhängig.

Umso älter ich werde, umso klarer wird mir, dass ich niemals komplett frei sein werde.

Im Moment fühle ich mich gefangen, gefangen von den Erwartungen an mich selbst,  gefangen in den Gedanken an die Hölle, gefangen von Rauschmitteln, ohne die ich nicht funktioniere. 

Mein Lebenswille ist ungebrochen, niemand kriegt mich klein, ich lasse es nicht zu,aufzugeben. Ich werde weitersuchen und die Suche nach Frieden wird irgenwann ein Ende finden. Hoffentlich.

Sonntagsgedanken, Papa du fehlst 

Ich kiffe regelmäßig seitdem ich 13 bin, meine ganze Kindheit wartete ich auf Frieden und eine Medizin, die mich alles ertragen lässt.In Mariujana habe ich meine Medizin gefunden, der Rausch lässt mich entspannen und zur Ruhe kommen.

Erst dachte ich ich finde den Frieden in Gott, aber da täuschte ich mich.

Meine 7 Onkels sind alle heroinabhängig,  mein Opa war Alkoholiker, meine Oma eine Heiratsschwindlerin, Schriftstellerin und laut meiner Mutter eine Prostituierte, meine gesamte Familie hat einen Knacks. 

Als das Methadonprogramm in die Wege geleitet wurde, gab es eine große Familienfeier.

Mein Vater ist ein Heimkind, meine Mutter wohnte überall,  war aber Nirgends zu Hause, beide hatten es nicht leicht,  dass solche Menschen schnell in die Fänge von Sekten geraten ist nicht verwunderlich. 

Ich habe sieben Geschwister, wie es sich für ein Sektenkind gehört. Vier Schwestern und drei Brüder, bei uns tobte das Leben, mein Vater meinte immer wir seien reich, kinderreich! Heute geht jeder seine eigenen Wege und versucht zu vergessen was war. 

Meine Mutter ist eine unangenehme Person. Sie ist sehr auf sich bezogen und trägt keine Liebe in sich, außer für sich selbst. Ihre Sucht nach Babys nahm kein Ende, auch als sie selbst gar keine Kraft hatte,warf sie verantwortungslos weiter.

Mein Vater war ein großartiger Mensch. Ihn Umgab etwas magisches, es war seine Seele, seine Aura. Wenn mein Vater da war, war alles gut.  seinen Augen lag ein Friede nicht von dieser Welt und ein Verstand, so scharf, dass ich keinen Gedanken vor ihm verbergen konnte. Mein Papa war eine zeitlang, der einzige den ich in meinem Herzen trug. Er litt unter meiner gestörten Mutter.

Diese Familie hat mich zu der gemacht, die ich jetzt bin.

Meine Vater hat meinen Charakter geprägt und dafür bin ich dankbar, auch wenn nicht alles richtig war, war doch vieles gut.

 Er fehlt mir heute besonders, mein Papa.Dankbar für das Geschenk, einen so großartigen  Vater gehabt zu haben.

Die Hoffnung auf Karma

Es ist mitten in der Nacht, oder eher gesagt früh am Morgen,  um genau zu sein 5:26 Uhr.

Ich habe an die 50 Joints geraucht, meine Zunge brennt, trotzdem lässt mich der Schmerz nicht los.

Ich bin so allein, da ist niemand. Ich spüre da keinen Gott und die Kommentare von Heilung und Gott gehen mir auf den Geist, ich brauche keine Heilung, die Welt spielt verrückt, nicht ich bin verrückt!

Ich höre die Vögel zwitschern,  sie begrüßen den Morgen. 

Erinnerungen an durchfeierte Nächte, Taxifahrten durchs Nirgendwo, Joints am offenen Fenster und Hauspartys.

Heute höre ich die Vögel und muss nicht duschen, nicht den Schmutz der vergangenen Nacht abwaschen.

Ich sitze einfach da, mit der Gewissheit, dass irgendwann alles gut wird.

Ich hoffe auf Karma und denke ich hab es wirklich verdient.

Ein merkwürdiger Monat

Der letzte Monat war merkwürdig. Ich kann gar nicht sagen, was anders war. Es war ein Gefühl in mir. Sichtbar für Jedermann, alles kam hervor. Die leichten und die schweren Gefühle, alles war an seinem Platz,  jede Träne wurde geweint, jede Wut zum kochen gebracht.Ich war so allein, es tat jeden einzelnen Moment weh.

Das Leben ist so verrückt, es überrascht mich jeden Moment aufs Neue, manchmal wird mir das alles zu viel, zu schnell, zu laut, zu schmutzig. Dann schlafe ich, Tage, Wochen und existiere gar nicht wirklich.

Ich bin hochsensibel,  sozial, stark suchtgefährdet, loyal und sehr kreativ, eine Löwin, eine Kämpferin.

Ich bin schwach, ängstlich, moralisch flexibel und noch so viel mehr, ich hoffe ich habe einen guten Charakter. 

Ich polarisiere, wer mich nicht mag, der mag mich nicht.

Der Psychater meines Sohnes

Ich schicke meinen Sohn zur Therapie, dies mache ich aus unterschiedlichen Gründen. Es fiel mir anfangs sehr schwer, mir einzugestehen,  als Mutter, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es war trotzdem die beste Entscheidung.

Wer sich etwas mit der Therapje und Psychologie von Kindern auskennt, weiß dass meistens die Eltern in die Therapie eingebunden werden,  viel mehr sogar noch, dass die Eltern therapiert und beraten werden, um besser auf die Bedürfnisse der Kinder eigehen zu können.

Alle 5 Wochen habe ich eine stündliche Sitzung mit dem Psychater meines Sohnes. Ich erzählte ihm von allem Möglichen, ich erzähle von unserem Tagesablauf, dem Verhalten meines Sohnes, Konflikten in Altagssituationen, vom bloggen, von den Kommentaren und das ich momentan nicht schreibe,  er ermutigte mich weiterzuschreiben, er ermutigt mich in so vielen und das ist für mich wirklich wichtig, schließlich sind Eltern auch lernende. 

Mein Sohn ist Asperger Autist und braucht viel Unterstützung und Sicherheit von mir, er ist sehr begabt, aber wir beide haben Schwierigkeiten unsere Gefühle zu benennen und auszudrücken, so lernte ich, dass Wut ein schwieriges Gefühl ist, aber trotzdem seine Berechtigung hat, wie die leichten Gefühle, wie Freude,  oder Genuss.

Ich denke, dass es vielen Erwachsenen Menschen schwer fällt, ihre Gefühle einzuordnen und zu akzeptieren.

Zu mir selbst finden oder die kleine Auszeit

Mich selbst nicht zu verlieren ist für mich eines der Prioritäten, neben der Aufgabe eine liebende Mutter zu sein. Viel mehr Erwartungen habe ich momentan nicht an mich, aber auch diese beiden Aufgaben fordern mich heraus. Seit Ende Oktober, nehme ich eine bewusste. Auszeit und auch wenn es Mut gekostet hat, war es die richtige Entscheidung.

Schreiben, leben, freie Gedanken, Zeit, ruhe und Kreativität und ganz viel schlafen.

So viel Schlaf, dass ich manche Tage gar nicht wach bin und andere Tage, wo mein Geist übersprudelt. Ich nenne es Freiheit, die Freiheit selbst zu entscheiden.

Nur wann ist meine Auszeit vorrüber, wann brauche ich Neues.

Das Gleichgewicht zu finden zwischen Entspannung und Anspannung fällt mir schwer.